Singapur

Ankunft in der Löwenstadt

Tag 1: Kulturschock und Hitze

Es ist heiß – das ist unser erster Gedanke, als wir den klimatisierten Flughafen verlassen und die 33 Grad warme Singapurluft schnuppern. Schnell wird uns klar: Die Hitze ist gar nicht so schlimm, viel drückender ist die hohe Luftfeuchtigkeit. Mit langer Hose, dickem Pullover und Jacke setzen wir uns schwer bepackt ins Taxi und fahren Richtung Hostel.

Auf der Fahrt folgen dann endlich die ersten Eindrücke zu Singapur, vom Wetter mal abgesehen. Neben der futuristisch angehauchten Skyline, fällt vor allem die bunte Flora am Straßenrand auf. In satten Farben strahlen uns alle möglichen Blumen an und heißen uns willkommen. Aus der Ferne sehen wir außerdem das ikonische Marina Bay Sands, das 20 Hektar umfassende Resort, dessen Dachgarten mit dem weltbekannten Infinity Pool an ein Schiff erinnert.

Wir nähern uns Singapurs Chinatown im Outram-Distrikt, wo wir sofort in unser (klimatisiertes!) Zimmer einziehen und uns umziehen. Lange halten wir uns hier nicht auf, denn wir wollen die Zeit nutzen und alles erkunden! Viel Zeit haben wir nicht; die Sonne geht schon unter und wir sind noch vom Flug geschafft. Für einen ersten Spaziergang über den Chinatown Night Market reicht es aber trotzdem.

Der Kulturschock ist zum Greifen nah: Wie nicht anders zu erwarten, treffen wir nach einem Jahr Neuseeland auf ganz neue Menschen und eine völlig andere Lebensweise. Wir genießen die Eindrücke, lassen sie auf uns wirken und freuen uns auf diese neue Erfahrung. Links und rechts von uns preisen Verkäufer ihre Waren und Köstlichkeiten an, über uns schweben roten Papierlaternen und vor uns gehen Singapurer ihrem alltäglichen Leben nach. Tatsächlich ist es aber so, dass sich hier Menschen jeglicher Herkunft tummeln: Mit vier offiziellen Sprachen und einer Vielzahl an Religionen präsentiert sich uns Singapur als multikultureller Stadtstaat. Wir beobachten, staunen und lassen uns zum Ausklang des Abends noch eine außergewöhnliche, aber dennoch leckere Suppe mit Meeresfrüchten schmecken; die lokale Spezialität „Laksa“.

Zurück im Hostel genießen wir die kühle Klimaanlagenluft – denn obwohl es seit einigen Stunden dunkel ist, hat es kaum abgekühlt und die Luft ist so stickig wie eh und je. Bevor es aber ins Bett geht, lassen wir den Tag Revue passieren und sind doch ganz schön erstaunt, wie viele Eindrücke wir in der kurzen Zeit bereits gewinnen konnten. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht schlafen wir ein undfreuen uns auf den morgigen Tag.

Tag 2: Hoch hinaus und exotische Pflanzen

Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren, der Verkehr vor unserem Hostel ebenfalls und der zweite Tag bricht an. Ein erster Blick aus dem Fenster zeigt, dass auch heute der Himmel in Singapur trüb ist und die Hitze immer noch wenig Luft zum Atmen lässt. Trotzdem freuen wir uns auf die heutigen Abenteuer. Noch immer zieren Dekorationen die ganze Stadt; Singapur hat im vergangenen August nämlich seine 50-jährige Unabhängigkeit gefeiert.

Unser erstes Ziel heute: die Marina Bay Promenade! Langsam aber sicher rücken die imposanten Türme des Marina Bay Sands näher und wir beschließen, den Aufstieg bis aufs Dach zu wagen. Als wir mit dem Aufzug in der obersten Etage ankommen, macht sich ein klein wenig Ernüchterung breit, denn lediglich die vordere Spitze des Daches ist von Touristen begehbar – zum Infinity Pool und den anderen Annehmlichkeiten haben nur zahlende Hotelgäste Zugang. Was irgendwo natürlich verständlich ist, denn sonst würden sich alle dort tummeln. Dennoch genießen wir den Ausblick von hier oben und verschaffen uns einen Überblick über alles, was Singapur so zu bieten hat. Bei der Höhe und den Temperaturen kann einem schon mal ein bisschen schwindlig werden. Trotzdem ist dieser Ausblick und das Gefühl der Freiheit hier oben ein Luxus, den man nicht mit Geld bezahlen kann.

Unten wieder angekommen schlendern wir durch eine der Shopping-Malls, vorbei an teuren Luxusläden und Cafés mit Superheldenmotto. In der untersten Etage des Einkaufszentrums fahren kleine Boote wie in einem künstlich angelegten Hafen inmitten der Mall.

Alles hier wirkt modern und fortschrittlich. Aber auch wenn wir die kühle Klimaanlagenluft genießen, begeben wir uns wieder nach draußen – immerhin gibt es noch einiges zu entdecken. Wir machen uns auf den Weg zu den Gardens by the Bay, doch zuvor kommen wir am ArtScience Museum vorbei; ein interessantes Gebäude in Form einer Lotusblüte. Dort findet gerade eine Ausstellung zum Thema Disney statt, die wir uns aber zugunsten der Gärten entgehen lassen.

Zuerst lassen wir uns von den Supertrees verzaubern. Das sind baumähnliche Strukturen, die zwischen 25 und 50 Meter hoch sind und an denen allerlei exotische Pflanzen hochwachsen. Zwei dieser Stahlgerüste werden vom Skyway verbunden, den man in luftiger Höhe betreten kann. (Lustig: Vor wenigen Wochen haben wir ebendiesen im neusten Hitman-Film gesehen.) Jetzt entdecken wir den Skyway selbst und lassen uns von einem Einheimischen noch einiges zu den Gärten erzählen. So erfahren wir, dass dank Photovoltaik Elektrizität für die Beleuchtung und Kühlsysteme gewonnen wird, und die Bauarbeiten im Bay South noch lange nicht abgeschlossen sind. Bis 2020 wird hier noch gebaut!

Weiter geht’s zur nächsten Attraktion in den Gardens by the Bay! Der sogenannte Flower Dome ist eine riesige Kuppel mit insgesamt sieben verschiedenen Gärten, in denen man exotische Pflanzen aus der ganzen Welt näher betrachten kann. Bei unserem Besuch stellen wir fest, dass sich zwischen den Blumen kleine und große Skulpturen befinden; auf Schildern wird zu diesen eine passende singapurische Sage oder Legende erzählt – ein spannendes Erlebnis, bei dem wir die Kultur noch ein bisschen besser kennenlernen.

Und auch die letzte große Attraktion in den Gardens of the Bay wollen wir nicht verpassen. Der Cloud Forest ist eine weitere Glaskuppel, in dessen Mitte der riesige Cloud Mountain emporragt. Als wir den künstlichen Wald betreten, bekommen wir auch endlich eine Antwort auf eine Frage, die uns schon seit dem Flower Dome im Hinterkopf herumspukt: Wer um Himmels willen putzt eigentlich diese riesigen Glasscheiben?! Tatsächlich entdecken wir drei eifrige Fensterputzer, die sich in schwindelerregender Höhe diese Arbeit antun – und das bei diesen Temperaturen!

 

Als Nächstes begrüßt uns eine Vielzahl an künstlichen Wasserfällen. Über mehrere Ebenen erstreckt sich der Cloud Mountain und auf jeder gibt es ein anderes Thema. Was man aber überall findet ­ihr habt schon richtig geraten – sind Pflanzen. Egal ob Orchideen, Flamingoblumen oder Venusfliegenfallen: Hier findet man so ziemlich alles, was es in der nachgestellten Vegetationszone der Tropen zu entdecken gibt. Humor haben die Singapurer übriges auch; auf einem Bild haben sich Pflanzen aus Lego versteckt. Viel Spaß beim Suchen! 😉

Nach so vielen Pflanzen gönnen wir uns eine kleine Auszeit und schlendern zurück über die Helix-Brücke – eine 280 Meter lange Fußgängerbrücke, die das Marina Centre mit Marina South innerhalb der Marina Bay verbindet. Hier geht es für uns noch mal hoch hinaus: und zwar im Singapore Flyer! Mit seinen 165 Metern ist es das zweithöchste Riesenrad der Welt; nur noch The High Roller in Las Vegas ist höher. Von hier oben hat man übrigens einen guten Blick auf den Marina Bay Street Circuit – eine temporäre Rennstrecke, auf der in ein paar Tagen das Formel-1-Rennen stattfinden soll. Zu dem Zeitpunkt sind wir leider nicht mehr in Singapur. (Gewonnen hat übrigens der deutsche Rennfahrer Sebastian Vettel.) Als wir wieder unten angekommen sind, sehen wir die Strecke noch mal von Nahem und haben Mitleid mit den Arbeitern, die hier die Strecke bei der Hitze vorbereiten. Gedanklich hören wir schon die Motoren brummen und genießen ein kühles Getränk.

Auf unserem Nachhauseweg treffen wir auch endlich auf das Wesen, das unserem Artikel den Namen Stadt der Löwen verleiht: den Merlion. Die Kreatur ist eigentlich eine Mischung aus Löwe und Fisch, und stellt den Schutzpatron der Stadt dar. Er ist so etwas wie ein Wahrzeichen Singapurs geworden und man findet überall Statuen und Abbildungen von ihm – eine der bekanntesten Darstellung ist die wasserspeiende Statue im Merlion Park, hier auf unserem Bild zu sehen.

Das war unser zweiter Tag in Singapur und schon bald geht es weiter! Unsere letzten Tage voller Abenteuer erwarten euch im nächsten Blogartikel.

Bis dahin liebe Grüße
Euer Massimo & Torsten

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4 Kommentare

  • Reply
    AroundWorld.de
    20. März 2016 at 17:26

    Schöne Bilder, und ja Singapur lohnt sich auf jeden Fall 🙂 ..Zumindest für ein paar Tage
    Liebe Grüße
    Helena & Tobias

    • Reply
      driftr
      21. März 2016 at 17:27

      Hallo Helena & Tobias,
      dankeschön! 🙂
      Habt ihr dort denn auch einen Zwischenstopp eingelegt?
      Das Klima hat uns ziemlich zu schaffen gemacht, da fanden wir unseren Zwischenstopp in Sydney wesentlich angenehmer.
      Liebe Grüße,
      Torsten & Massimo

  • Reply
    Toru
    22. März 2016 at 04:25

    Hui~ schöner neuer Blog 😀

    Ich genieße hier mal lieber nur die Bilder, die Temperaturen würde ich nicht überleben xD

    A freu mich schon auf neue Beiträge von euch u viel Erfolg mitm Blog :3

    Btw: Der Holzdrache sieht super aus >3

    • Reply
      driftr
      22. März 2016 at 18:17

      Vielen Dank, Toru! ^_^
      Ja, die Temperaturen waren schon so eine Sache für sich, aber das war es wert. Der Holzdrache war richtig klasse! 😀

      Liebe Grüße

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