Singapur

Das multikulturelle Singapur

Hallo liebe Leser!

Hier findet ihr nun den zweiten Teil unseres Singapur-Berichts! Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

Tag 3: Religion und Sprache

Unseren dritten Tag in Singapur beginnen wir mit einem Spaziergang durch die Stadt. Nicht weit von unserem Hostel entfernt entdecken wir eine große, kunstvoll verzierte Pagode. Dieser eindrucksvolle Tempel stellt sich als sogenannter Buddha Tooth Relic Temple heraus. Wir nutzen die Gelegenheit, uns diesen heiligen Ort etwas genauer anzusehen, und beschließen, auch einen Blick ins Innere zu werfen. Dort werden wir – wie nicht anders zu erwarten – von einer Vielzahl goldener Buddha-Figuren und prunkvollen Dekorationen begrüßt. Für uns ist es spannend zu sehen, wie die Menschen hier ihren Glauben verwirklichen und die Religion in ihren Alltag einbinden. Interessant ist auch, dass es für jedes der zwölf chinesischen Sternzeichen einen Zodiac Protector gibt, also eine Art Schutzpatron. Massimos Geburtsjahr korrespondiert mit dem Sternzeichen Schaf und demnach mit dem Zodiac Protector Dainichi Nyorai, was wörtlich so viel heißt wie „Große Sonne“. Torstens Schutzpatron ist mit dem Sternzeichen Pferd der Seishi Bosatsu, was „Stärke erhalten“ bedeutet.

Die am weitesten verbreitete Religion in Singapur ist der Buddhismus, aber der Anteil anderer Religionen ist ebenfalls sehr hoch; so sieht man nicht selten, dass sich die Einrichtungen verschiedener Religionen in unmittelbarer Nähe zueinander befinden. Die friedliche Koexistenz basiert auf gegenseitigem Respekt und zeigt, dass ein multikulturelles Zusammenleben nicht nur möglich, sondern auch bereichernd ist.

Nach diesem Erlebnis beschließen wir, unseren letzten vollen Tag in Singapur damit zu nutzen, die Stadt noch ein bisschen weiter zu erkunden. Zu Fuß marschieren wir über eine Brücke, über den Singapore River, durch enge Gassen und vorbei an allerlei Märkten und Hochhäusern. Nicht selten sieht man Gebäude, an denen lange Stangen herausragen, wo die Singapurer ihre Wäsche zum Trocknen heraushängen – ein ungewohnter Anblick, aber sicherlich eine clevere Idee, um sich die Temperaturen zunutze zu machen!

Nach einer Weile erreichen wir ein größeres Einkaufzentrum, wo wir uns erstmal etwas Leckeres zum späten Mittag gönnen. Nein, keins der leckeren Tai Parfaits – auch wenn es schwer ist, einem erfrischenden Eis zu widerstehen –, sondern Sushi! Die Auswahl ist groß und exotisch; dennoch schmeckt uns das Lachs-Nigiri und Sashimi am besten. Nach dieser Stärkung klappern wir ein paar der Comic- und Mangaläden ab. Zu unserer Überraschung finden wir hier aber nicht nur Fanartikel aus der asiatischen Popkultur, sondern auch sehr viel aus der westlichen. Batman, Star Wars und Disney begegnet man hier genauso oft wie Pokémon und Co.

Obwohl wir hier nicht annähernd so viel Zeit verbringen wie in Neuseeland, finden wir doch so einiges über die Kultur und Mentalität der Leute heraus. Die Singapurer sind sehr freundlich und zuvorkommend, wenn auch manchmal etwas schwierig zu verstehen. Singapur hat vier Amtssprachen: Chinesisch, Englisch, Malaiisch und Tamil. Dementsprechend breitgefächert klingt es, wenn man durch die Straßen läuft. Und auch wenn Englisch als Geschäftssprache gilt, sprechen viele eine hybride Form: Singlish. Für Massimo als Linguist ein spannendes Phänomen! 😉

Wir begeben uns auf den Rückweg. Die Sonne geht allmählich unter und unsere Füße danken es uns, als wir uns endlich an einem schattigen Plätzchen in Chinatown niederlassen. Bevor es zurück ins Hostel geht, schlürfen wir noch eine Kokosnuss und genießen die leichte Brise. Eingedeckt mit Souvenirs kehren wir zurück und fangen schon mal an, unsere Sachen zu packen. Unser Abenteuer neigt sich langsam dem Ende zu.

Tag 4: Abschied

Viel zu früh kommt der Morgen. Viel zu früh heißt es jetzt schon Abschied nehmen. Drei wunderschöne Tage haben wir hier verbracht, aber unsere Rückkehr nach Deutschland ist unsere erste nach fast einem Jahr. Wir sind traurig, dass die Zeit jetzt schon vorüber ist, aber gleichzeitig freuen wir uns, Familie und Freunde bald wiederzusehen. Am Morgen unserer Abreise ist es noch dunkel, als wir auf die Dachterrasse unseres Hostels gehen. Beim kontinentalen Frühstück beobachten wir die Sonne beim Aufgehen und erleben, wie die Stadt zum Leben erwacht. Für Millionen von Menschen wird es vielleicht ein Tag wie jeder andere hier in der Großstadt, für uns ist es ein ganz besonderer Tag. Wir lassen unseren Blick über die Dächer schweifen, atmen die heiße Luft ein und stellen uns vor, wie es wohl wäre, hier zu leben.

Es ist ein seltsames Gefühl, hier zu stehen und die Freiheit zu genießen, und gleichzeitig zu wissen, dass es in wenigen Stunden in die Heimat zurückgeht. Als wir aus dem Hostel auschecken und mit dem Taxi zum Flughafen fahren, sind wir in Gedanken vertieft. Unser Flieger geht früh und wir lassen Singapur mit einem weinenden und einem lachenden Auge hinter uns. Was wir aber mit nach Hause bringen, kann uns keiner mehr nehmen. Nicht die kitschigen Souvenirs, die winkenden Kätzchen oder die schön verzierten Essstäbchen … sondern die Erinnerungen und Erfahrungen an eine unvergessliche Reise!

Demnächst lest ihr dann auch mehr über unseren Stopover in Sydney.
Des Weiteren werden wir die letzten „offenen“ Neuseeland-Beiträge vorbereiten und online stellen! 🙂

Seid gespannt!

Bis bald,
euer Torsten & Massimo

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