Niederlande

Amsterdam – eine Liebeserklärung

Tag 1: Von Heren, Prinsen und Kaizers

Ein wenig kränkelnd geht es für uns früh am Morgen los! Unser Reiseziel: Amsterdam. Hier wollen wir ein paar schöne Tage über Ostern verbringen und uns die Hauptstadt der Niederlande ansehen. In diesem Sinne: Laten we gaan! Mit dem Flieger dauert es nicht lange, bis wir in Schiphol gelandet sind. Von hier aus bestellen wir uns einen Uber und lassen uns bequem in unser Hotel kutschieren. Dieses liegt unmittelbar am Bahnhof Lelylaan und bietet somit einen idealen Ausgangspunkt, um in weniger als einer Viertelstunde das Stadtzentrum zu erreichen – was wir auch gleich nutzen. Mit der Straßenbahn fahren wir an den ersten schönen Fachwerkhäusern und Grachten vorbei und beschließen spontan, an der Kaizergracht auszusteigen.

Unser erster Eindruck bisher: Fahrräder! Unmengen an Fahrrädern sind hier zu sehen, egal ob am Geländer einer kleinen Brücke festgekettet oder an uns vorbeirasend. Die Leute in Amsterdam lieben ihre Drahtesel, aber mit eigenen Augen zu sehen, wie viele es tatsächlich sind, bringt uns zum Staunen und Schmunzeln.

Wir flüchten vor den Massen an Menschen, die über die Osterzeit natürlich denselben Gedanken hatten, Amsterdam zu erkunden, und biegen in eine etwas ruhigere Nebenstraße. Bei einem gemütlichen Spaziergang zur Prinsengracht begutachten wir die schönen Häuser und vor allem viele Hausboote auf den Grachten. Als wir schließlich wieder in geschäftigeres Gebiet vordringen und auf einer der zahlreichen Einkaufsmeilen landen, beschließen wir kurzerhand, uns einen Snack aus dem Automat zu gönnen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Bei Febo kann man sich allerlei Frittiertes wie Burger und Hot Dogs aus dem Automat ziehen. Ein Gaumenschmaus war das zwar nicht, dafür aber eine lustige Idee, die wir ausprobieren wollten.

Trotz der schlechten Wettervorhersage haben wir unglaubliches Glück mit dem Wetter; die Temperaturen sind angenehm und hin und wieder kommt auch die Sonne zum Vorschein. Aus diesem Grund beschließen wir, keine Zeit zu verlieren und die obligatorische Grachtenrundfahrt gleich heute in Angriff zu nehmen. Hier erfährt man so einiges zur Stadt, Geschichte und den verschiedenen Grachten. Für eine erste Orientierung ist eine Rundfahrt auf jeden Fall empfehlenswert. Auf dem Wasserweg durch die verschiedenen Kanäle bekommt man noch mal einen ganz anderen Blickwinkel auf die Stadt. Außerdem hat man vom Boot aus die einzige Möglichkeit an einer Stelle durch sieben Brücken gleicher Bauart hindurchzusehen. Ein besonders beliebtes Fotomotiv!

Den Abend lassen wir am Dam Square ausklingen. Hier beobachten wir die Straßenkünstler, die mit unterschiedlichen Talenten um die Aufmerksamkeit der Zuschauer buhlen.

Tag 2: Papageien und Pancakes

Am nächsten Morgen freuen wir uns, dass das Wetter immer noch trocken bleibt und sich zwischen den Wolken immer mal wieder die Sonne zeigt. Ein Ausflug in den größten Stadtpark Amsterdams, den Vondelpark, steht für heute früh auf dem Programm. Auch wenn die Bäume noch ziemlich kahl aussehen, tummeln sich bereits eine Menge Spaziergänger und Jogger im Park. Die Tierwelt hat es uns aber besonders angetan, und so verbringen wir die Zeit damit, allerlei Federvieh zu bestaunen. Auffällig sind die vielen grünen Papageien-Vögel, die ständig über unsere Köpfe hinweg fliegen und sich auf den Ästen in den Baumwimpfeln niederlassen.

Im Spiegelkwartier entdecken wir ein niedliches Café im 60er-Jahre-Stil und lassen es uns nicht entgehen, zwischen Neonröhren und passender Musik ein paar Pancakes und einen Milkshake zu verdrücken. Wenn man Amsterdam besucht, sollte man sich die leckeren Pancakes und Waffeln, die es hier überall gibt, nicht entgehen lassen! Gesättigt und zufrieden setzen wir unsere Reise fort. Wir besuchen die Negen Stratjees, also die sogenannten Neun Kleinen Straßen. In diesen findet man allerlei kleine Geschäfte, Bars und Restaurants. Die vielen gemütlichen Bookshops lassen Bücherherzen höher schlagen. An der Leidsegracht findet sich übrigens ein bekannter Schauplatz einer Szene aus The Fault in Our Stars und daher ließen wir es uns nicht nehmen, die berühmte Bank zu besuchen. Ein Amsterdamer-Ehepaar fragt uns, was so besonders an dieser Bank sei; in der letzten Stunde seien mehrere Touristen an dieser Stelle gewesen und hätten Fotos gemacht. Zurück an der Prinsengracht entdecken wir auch das Anne Frank Huis.

Kleiner Tipp: Wer das Haus besichtigen möchte, sollte weit im Voraus planen! Die begrenzten Zeitfenster sind meist Monate im Voraus ausgebucht und auch wir haben leider keinen Platz mehr bekommen. Deswegen: Frühzeitig informieren und am besten gleich das beste Zeitfenster online buchen.

Tag 3: Kulturelles

Tag 3 und der Morgen beginnt mit einem Ausflug zur Windmühle de Gooyer. Diese stammt aus dem Jahr 1725 und seien wir mal ehrlich: Windmühlen gehören zu den Niederlanden einfach dazu! Zu der Windmühle gehört eine Brauerei, aber der Biergarten hat so früh noch nicht geöffnet. Macht nichts, zu der Uhrzeit steht uns noch nicht wirklich der Sinn nach einem kühlen Blonden – dazu ist später noch Zeit! 😉

Erstmal zieht es uns weiter Richtung Nordosten, wo wir einen Abstecher in das Amsterdam Maritime Museum machen. Das Gebäude beeindruckt uns, doch hier drin ist es so heiß und draußen ist das Wetter so schön, dass wir beschließen, lieber draußen noch etwas zu entdecken. Und tatsächlich, nicht unweit vom Museum entfernt befindet sich das nächste: nämlich das Nemo Science Museum, inklusive begehbarer Dachterrasse. Diese erinnert ein wenig an das Heck eines Schiffes, das aus dem Wasser ragt. Nachdem wir uns im Hafen die vielen Boote und Schiffe angesehen haben, beginnen wir mit dem Aufstieg. Auf dem Dach gibt es ein Restaurant, wo wir uns erstmal eine kleine Belohnung gönnen. Von hier oben hat man einen tollen Blick über Amsterdam und kann die leichte Brise genießen. Oder aber man lässt sich von den wunderschönen Tulpen verzaubern und beobachtet die Bienen zwischen den bunten Blumen.

In der Ferne befindet sich Amsterdam Centraal und so machen wir uns langsam auf den Weg. Vorbei an bekannten Geschäften wie Vapiano und Starbucks erreichen wir schließlich den Bahnhof, mitsamt Parkplatz für Fahrräder. So viele Fahrräder auf einem Fleck haben wir noch nie gesehen! Mit einer kostenlosen Fähre setzen wir über zum Buiksloterkanaal. Hier gibt es unter anderem das Eye Filmmuseum und den This Is Holland Turm.

Tag 4: Rosse Buurt & Markten

In Amsterdam muss man unbedingt mal einen Wochenmarkt besucht haben. Der Bauernmarkt in Noorderkerk bietet sich dafür ideal an. Neben typischen Flohmarkt-Sachen, Büchern und Krimskrams bieten viele hier ihren selbstgemachten Käse und andere Leckereien an. Es gibt sogar „Gouda To-Go“! Auch wir können nicht widerstehen und nehmen uns einen Käse für Zuhause mit.

Auch wenn es das Wetter in den letzten Tagen gut mit uns gemeint hat, ist es jetzt doch an der Zeit für ein bisschen Regen. Das macht aber gar nichts, denn im Museumkwartier findet man eine ganze Reihe von Museen, wo bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei ist. Uns verschlägt es ins Moco Museum, wo es eine Ausstellung des britischen Streetart-Künstlers Banksy zu sehen gibt. Der Künstler greift oft politische und gesellschaftliche Themen satirisch auf; sein wahrer Name und seine Identität versucht er, geheim zu halten. Neben Banksys Werken wurden auch welche von Roy Lichtenstein ausgestellt. Der Pop-Art-Stil ist sicher nicht jedermanns Sache, interessant ist er aber auf jeden Fall.

Das Wetter hat sich inzwischen leider nicht gebessert, weswegen wir uns zum Mittagessen ein schönes Restaurant suchen. Bei der ganzen Auswahl ist das gar nicht so einfach! Letzten Endes entscheiden wir uns für etwas Asiatisches.

Beim Essen überlegen wir uns, was man bei dem Wetter noch so anstellen könnte. Wir finden heraus, dass in der Heineken Brauerei auf der Stadhouderskade geführte Touren angeboten werden und beschließen, dieses „Erlebnis“, wie es angepriesen wird, mitzumachen. Tatsächlich wird hier gar nicht mehr gebraut – die alte Brauerei wird heutzutage lediglich als Museum genutzt. Trotzdem sind wir von dem, was man hier sehen kann, begeistert. Man bekommt einen guten Einblick in die Welt des Bierbrauens – sowohl auf die traditionelle als auch die moderne Weise. Die ganzen Details und Feinheiten geben nicht nur interessante Fotomotive her, sondern laden auch dazu ein, mehr über die ganzen Vorgänge zu erfahren. Für einen verregneten Tag ist ein Besuch also durchaus empfehlenswert!

Anschließend kann man im De Carrousel leckere Pannenkoeken essen. Das Café verdankt seinem Namen übrigens einem Karussell, das mitten im Laden steht.

Wenn man schon mal in Amsterdam ist, sollte man sich den berühmt-berüchtigten Redlight District natürlich nicht entgehen lassen. Es ist schon erstaunlich, wie groß dieses Viertel im Zentrum ist. Hier nennt man es De Wallen oder auch: De Walletjes. Bei den ganzen Schaufenstern und verruchten Shops wird man nur schwer darum herumkommen, hier auch ein bisschen nackte Haut zu sehen. Vernünftigerweise ist das Fotografieren der leicht bekleideten Damen verboten und so findet ihr auch hier nur einen Überblick über das Rotlichtmileu an sich. Anschließend beschließen wir, noch einmal richtig in Amsterdam feiern zu gehen. Im Club Paradiso im Spiegelkwartier ist im Großen Saal schon einiges los und so schließen wir uns der tanzfreudigen Menge an und feiern unseren letzten Abend in Amsterdam.

Tag 5: Abschied mit Blumen

An unserem letzten Tag in Amsterdam verzichten wir auf das doch etwas schlichte Frühstück im Hotel und lassen es uns stattdessen in einem kleinen Café an der Keizersgracht schmecken. Das Full English scheint unter den Einheimischen auch sehr beliebt zu sein. Da hier in Amsterdam kein Feiertag ist und die Läden geöffnet haben, bleibt noch etwas Zeit für eine kleine Shopping-Tour. Wir verirren uns ins Abercrombie & Fitch sowie einige andere Läden, geben ein bisschen unnötig Geld aus, aber haben dabei eine Menge Spaß. Zum Schluss reicht sogar die Zeit für einen kleinen Spaziergang über den Bloemenmarkt, wo Händler ihre Blumen – ob echt oder künstlich – anbieten oder sogar internationale Lieferungen versprechen. Uns genügt es, ein bisschen über den Markt zu schlendern und uns an den schönen buten Blumen zu erfreuen.

Auf unserem Kurztrip nach Amsterdam haben wir doch eine ganze Menge gesehen und es wird bestimmt nicht unser letzter Besuch gewesen sein!

3 Kommentare

  • Reply
    Australien: Das Abenteuer beginnt – driftr
    31. Oktober 2018 at 12:03

    […] In der Zeit hier in Deutschland haben wir ständig ans Reisen gedacht und das Fernweh ist dabei immer größer geworden. Auch wenn wir in diesen drei Jahren viel unterwegs waren – unter anderem ein Städtetrip in London, eine Yacht-Tour durch Südfrankreich und Silvester in Fuerteventura – ist so ein Work&Travel doch noch mal etwas anderes! Eins dieser Abenteuer haben wir für euch schon mal ein bisschen ausgearbeitet; schaut doch mal in unseren Beitrag zu Amsterdam!  […]

  • Reply
    Marion Schepp
    2. November 2018 at 14:14

    Toller Bericht über Amsterdam, man bekommt einen schönen Einblick über die Besonderheiten die es hier zu entdecken gibt. Dankeschön dafür.
    Liebe Grüße zu Euch nach Abu Dhabi
    Marion.

    • Reply
      driftr
      2. November 2018 at 17:57

      Danke, liebe Marion! Schön, dass dir der Artikel gefallen hat. 🙂 Liebe Grüße von uns zurück!

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